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Brilliante Trommelwirbel

Von Silke Richter

"Allein der erste Blick auf die Bühne der Hoyerswerda KulturFabrik war an diesem Abend schon weit vor dem Beginn des Konzertes sehr vielversprechend: Unzählige dort aufgestellte Trommeln in verschiedenen Variationen machten die Besucher neugierig auf das, was klanglich geboten werden sollte.

Verhaltener Beginn

Angekündigt war das Hamburger Quartett ElbtonalPercussion, das innerhalb des Lausitzer Musiksommers, der von Bautzen veranstaltet wird, in der Stadz an der Elster gastierte. Die vier Künstler, in persona Wolfgang Rummel, Andrej Kauffmann, Jan-Frederick Behrend und Stephan Krause, allesamt studierte Musiker, ließen den Abend aus musikalischer Sicht sehr sanft beginnen. Der Titel "Song For Lea" lud die Besucher, im übertragenden Sinne, eher zum entspannten Zurücklehnen ein. Den Triangeln, Schellen und Rasseln entlockten die Künstler sanfte Töne, die an Meeresrauschen und "streichelnden Wind durch Palmen" erinnerten.

Der anfängliche Fast-Trance-Zustand hielt bei den Besuchern jedoch nicht lange an, denn die Musiker verstanden es, das Publikum auf humorvolle Weise durch das Programm zu führen. "Bei einem Auftritt kam nach diesem Lied mal eine Frau auf die Bühne gestürmt und hat uns gefragt, ob wir unsere Musik auch für therapeutische Zwecke spielen", erzählte Jan-Frederick Behrend schmunzelnd und hatte damit natürlich die Lacher unter den Gästen auf seiner Seite. Der Schlagzeuger lud "rückengeplagte" Besucher zudem nach Abschluss des Abends dazu ein, es sich doch auf einer großen Trommel bequem zu machen. Nach dem schlagkräftigen Trommelwirbel wären die "Patienten" von jedwedem Rückenleiden geheilt, so Jan-Fredrick Behrend zuversichtlich.

Lehrreich und heilsam

So weit musste es jedoch nicht kommen, denn das musikalische "Rezept" der ElbtonalPercussion zeigte auch so eine angenehme und heilende Wirkung. In einem bunten Mix von Klassik, Rock, Jazz und Drum`n Bass zelebrierten die Musiker einerseits mit atemberaubender Schnelligkeit Trommelwirbel exellenter art - und andererseits entpuppte sich die Kombination von sanften bis hin zu spontan kraftvollen Schlagwerkklängen als Hörgenuss.

Dabei erfuhren die Besucher auch Details über Instrumente, die zum Einsatz kamen- wie das Crotali, die Fasstrommeln oder das Marimbaphon aus der Familie der Xyliphone. Fazit des Abends: Sehr interessant, lehrreich- und heilender Balsam für die Seele.

Sächsische Zeitung, Juni 2008